Übersicht:

1. Grundgedanken

2. Eingangsphase in der Lindenschule

    2.1 Entwicklungsprozess der Eingangsphase

    2.2 Aktuelle Situation

    2.3 Raumsituation

    2.4 Stundenplan / Kontingentstundentafel

3. Was geschieht bis zur Einschulung (Kooperation mit den Kitas)?

4. Wie geht’s los? ( Einschulung )

5. Die ersten Wochen

6. Unterrichtsgestaltung

    6.1 Allgemeine Unterrichtsgestaltung

    6.2 Unterschiedlichkeit der Kinder

    6.3 Teambildung

    6.4 Doppelbesetzung

    6.5 Methodische Basisfähigkeiten

7. Kooperation mit außerschulischen Einrichtungen

8. Evaluation und Weiterentwicklung

 

 

 

1. Grundgedanken

 

Jedes Kind ist einzigartig. Die Verschiedenartigkeit unserer Schulkinder hat in den letzten Jahren aus vielerlei Gründen immer mehr zugenommen. Mit verschiedenen schulischen Maßnahmen, wie zum Beispiel Zurückstellungen, Schulkindergarten und Sitzenbleiben, sollte eine möglichst homogene Lerngruppe hergestellt und fortgeführt werden. Diese Wege führten jedoch nicht zu dem erhofften Ziel. Ein Nebeneffekt war die entstehende Altersmischung in den einzelnen Jahrgängen. So musste auch bisher schon differenziert unterrichtet werden, um dem unterschiedlichen Leistungsvermögen zu entsprechen.

 

Der Gesetzgeber hat mit dem neuen Schulgesetz auf diese Situation reagiert.

Seit April 2007 heißt es im § 41 Abs. 2 des Landes Schleswig-Holstein „ Die Grundschule hat vier Jahrgangsstufen. Die Jahrgangsstufe eins und zwei bilden als Eingangsphase eine pädagogische Einheit; der Besuch kann entsprechend der Lernentwicklung der Schülerin oder des Schülers ein bis drei Schuljahre dauern. Die Schule entscheidet über die Ausgestaltung der Eingangsphase.“

 

Daraus leitet sich ein veränderter Grundgedanke der pädagogischen Arbeit an Grundschulen ab: Integration aller Kinder verbunden mit einer größtmöglichen Förderung jedes Einzelnen. Es ergibt sich deshalb für jedes Kind eine individuelle Verweilzeit in der Eingangsstufe von einem, zwei oder drei Schuljahren. In dieser Zeit steht das Kind ganzheitlich im Betrachtungsmittelpunkt. Eine Förderung findet sowohl im emotionalen, sozialen, als auch intellektuellen Bereich statt.

 

 

 

2. Eingangsphase an der Lindenschule

 

2.1. Entwicklungsprozess der Eingangsphase in der Lindenschule

 

Zu Beginn des Schuljahres 2006 / 2007 hat sich ein Arbeitskreis zur Flexiblen Schuleingangsphase gegründet. Schon bestehende Modelle aus verschiedenen Bundesländern wurden untersucht, Hospitationen wurden durchgeführt und die Umsetzungsmöglichkeit für unsere Schule überprüft.

 

Im Frühjahr 2007 wurde ein erstes Konzept für das jahrgangsübergreifende Unterrichten in den Schuljahren eins und zwei erstellt und in den zuständigen Gremien befürwortet. Im Juni 2007 wurden die Eltern der kommenden Erstklässler darüber informiert:

 

Seit dem Schuljahr 2008/2009 gibt es an der Lindenschule die flexible Eingangsphase. Gestartet wurde mit der kompletten Einführung des jahrgangsübergreifenden Unterrichts. Inzwischen gibt es neben jahrgangsübergreifenden Lerngruppen auch wieder altershomogene Klassen. Damit wird die Schule der Individualität auch schon in der Lerngruppenwahl gerecht.

 

 

2.2. Aktuelle Situation

 

Es gibt fünf jahrgangsgemischte Lerngruppen und je eine altershomogene Klasse 1 und 2. Alle Lerngruppen werden von Klassenlehrerteams unterrichtet. Es gibt dabei eine Kombiklasse und zwei bis drei Präventivklassen.

 

2.3.    Raumsituation

 

Jede Klasse hat einen eigenen Klassenraum und die jahrgangsgemischten Lerngruppen sollen nach Möglichkeit mit Beginn des nächsten Schuljahres einen Gruppenraum ganz in ihrer Nähe haben. Darüber hinaus verfügt  die Lindenschule über folgende Fachräume: Musikraum, Kunstraum, Technikraum, Fachräume Deutsch, HSU und Mathe, Computerraum und eine Lernwerkstatt.

Der Schulhof wurde kind- und naturgerecht umgestaltet.

 

 

2.4.Stundenplan / Kontingentstundentafel

 

Die Lindenschule ist eine verlässliche Grundschule mit offenem Ganztagsangebot (Frühbetreuung, Mittagstisch, Hausaufgabenbetreuung und Nachmittagsangeboten).

Nach der Kontingentstundentafel stehen der Klassenstufe 1/2 für zwei Schuljahre folgende Stunden zu: 12 Unterrichtsstunden (Ustd.) Deutsch, 10 Ustd. Mathe, 8 Ustd. für Religion und HSU und 10 Ustd. für Kunst, Musik und Sport.

 

 

Mit Beginn des neuen Schuljahres wird es in den jahrgangsgemischten Lerngruppen für die Kinder in Klassenstufe 2 eine Schulstunde mehr geben.

Diese Stunde erhalten die Klassenlehrkräfte. Die Stunde wird 14-tägig in einer ersten Unterrichtsstunde mal von der einen, mal von der anderen Lehrkraft unterrichtet. Damit zählt diese Stunde als halbe Unterrichtsstunde. Die andere halbe Stunde gilt als Ausgleichsstunde für eine Teamstunde, (die fest im Plan gesteckt wird und 14-tägig stattfindet).

 

 

 

3.   Was geschieht bis zur Einschulung (Kooperation mit den Kitas)?

 

Alle Kinder, die bis zum 30. Juni des Schuljahres sechs Jahre alt sind, werden ohne selektierende Maßnahmen eingeschult.

Im Herbst des Vorschuljahres findet die Schuleingangsuntersuchung und im Dezember das Schulspiel statt. Mögliche Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung oder der Motorik werden hier festgestellt und eventuelle Förderungen eingeleitet. Zusätzlich sind die einheitlich durchgeführten Diagnosebögen der Kitas eine wichtige Informationsquelle für die Schule.

 

Im selben Zeitraum findet die schulärztliche Untersuchung statt.

Kinder mit Sprachauffälligkeiten nehmen – sofern eine solche Maßnahme im Umkreis zustande kommt - an der SPRINT – Maßnahme teil.

Kinder mit anderen Auffälligkeiten werden im Schulspiel zusätzlich von den örtlichen Sonderpädagogen des Förderzentrums beobachtet.

Dazu ist erläuternd hinzuzufügen:

Seit dem Schuljahr 2008/09 findet keine Festschreibung des sonderpädagogischen Förderbedarfes mehr statt. Dieser wird erst gegen Ende des 2. bzw. 3. Schulbesuchsjahres festgestellt. Die frühzeitige Diagnose dient dementsprechend der frühzeitigen, differenzierten Förderung.

Einige dieser Kinder mit eventuellem Förderbedarf werden daher gemeinsam in eine Klasse eingeschult, um der Grundschullehrkraft einen Sonderpädagogen zur Seite zu stellen.

Während der ersten zwei Schuljahre des Kindes begleitet der Sonderpädagoge den Schüler in Form von personeller Unterstützung ( Doppeltbesetzung) und  binnendifferenzierenden Maßnahmen, führt mit der Grundschullehrkraft den Lernplan bzw. präventiven Förderplan, initiiert und begleitet flankierende Maßnahmen (Logopädie, Ergotherapie, Mathewerkstatt, Psychomotorik etc.) und berät die Eltern.

Nach spätestens 3 Schulbesuchsjahren wird entweder offiziell ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt oder das Kind als Regelschüler weiterbeschult.

 

Diese Kinder werden auf die verschiedenen Klassen verteilt.

 

Kurz vor den Sommerferien bieten die Klassenstufe eins und zwei Schnupperstunden zum Kennenlernen des Schulalltags an.

Außerdem findet in der Zeit ein erster Elternabend der zukünftigen Klassengemeinschaften statt, in der organisatorische und inhaltliche Informationen von dem jeweiligen Klassenlehrerteam gegeben werden.

 

 

4. Wie geht’s los?

 

4.1. Einschulung

 

Traditionell findet zur Begrüßung der Neuankömmlinge eine Einschulungsfeier statt.

Sie beginnt mit einem Gottesdienst in der Christuskirche, daran schließt sich eine gemeinsame Feier in der Schule an. Dabei heißen in den jahrgangsgemischten Lerngruppen die Zweitklässler ihre neuen Mitschülerinnen und Mitschüler willkommen. Der erste Schultag endet für die Kinder mit einer Unterrichtsstunde innerhalb der neuen Klassengemeinschaft.

 

4.2.    Die ersten Wochen

 

Die Kinder werden durch ihre erfahrenen Mitschüler behutsam in die Schulwelt eingeführt.

Hierzu gehören neben Kennenlernspielen auch das Entdecken wichtiger Orte, Unterrichtsabläufe und Rituale.

 

Die Lehrkräfte führen eine Anfangsdiagnostik zur Feststellung der individuellen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse durch.

 

Innerhalb der ersten vier Wochen nach Schulbeginn findet ein erster Elternabend statt, auf dem die Eltern über die Lehrinhalte und Veranstaltungen informiert werden und der Elternbeirat gewählt wird. 

 

 

5.   Unterrichtsgestaltung

 

5.1 Allgemeine Unterrichtsgestaltung

 

Unterricht und Lernen müssen so organisiert werden, dass möglichst alle Kinder der Lerngruppe mit ihren sehr unterschiedlichen Voraussetzungen mit Spaß und Interesse lernen können.

Dabei stecken die Begriffe Gemeinschaft und Individuum den Rahmen für das Lernumfeld ab (soziale und individuelle Kompetenz), in dem durch Differenzierung die Lernenden voneinander profitieren können (Synergie-Effekt).

Das Arbeiten mit Tages- und Wochenplänen, Flexibilisierung des Stundenrhythmus´, projekt- und handlungsorientiertes Arbeiten, selbstgewähltes Lernen, Einzel-, Partner- und Freiarbeit,  Einsatz individualisierten Unterrichtsmaterials und eine Leistungsbewertung ohne Zensuren, Kompetenz- und Aufgabendelegation (das Chefsystem, Experten) sind grundlegende Elemente des veränderten Unterrichts. Die Schülerinnen und Schüler lernen auf diesem Wege nicht nur Inhalte (Fachkompetenz), sondern auch die Methoden sich selbständig oder im Team Wissen anzueignen (Methodenkompetenz). Darüber hinaus dienen beispielsweise einheitliche Ruhezeichen, gemeinsames Frühstück, Erzähl- bzw. Gesprächskreis oder Klassendienste der Strukturierung und Ritualisierung des Schultages.

 

Die Themen des Heimat- und Sachunterricht und Religion werden im Zweijahresrhythmus gemeinsam erteilt. Deutsch- und / oder Mathematikunterricht werden parallel gesteckt. Das Fach Musik wird einstündig und Kunst zweistündig erteilt.

Auch der Schulchor wird für die Eingangsstufe angeboten.

 

5.2  Unterschiedlichkeit der Kinder

 

Leistungsstarken SchülerInnen wird die Teilnahme auch an einer Begabtenförderungsmaßnahme ermöglicht – sofern diese vorhanden bzw. eingerichtet ist.

Forderclubs für die ZweitklässlerInnen werden immer dann eingerichtet, wenn es stundenplantechnisch möglich ist.

Zudem ist die Lernwerkstatt zur Förder- und Forderung nutzbar.

Die Lindenschule führt Einschulungsgespräche und das Schulspiel durch, um Kinder mit Leistungs- und Entwicklungsrückständen bevorzugt in den flexiblen Lerngruppen bündeln zu können. Dort können die Integrationslehrkräfte dann gebündelt Stunden zur Prävention einsetzen.

Zur Lerndiagnostik erfolgen fortlaufend einheitliche Lernstandserhebungen, die in den Fachkonferenzen ausgearbeitet werden.

 

5.3  Teambildung

 

Alle Lerngruppen werden von Klassenlehrerteams geleitet, die sich nach Absprache mit der Schulleitung finden. Gemeinsame Leitung heißt, gemeinsam für Lern-/Leistungs-/Verhaltensdiagnostik zuständig zu sein, Elterngespräche nach Absprache gemeinsam oder einzeln durchzuführen, pädagogische Maßnahmen miteinander abzustimmen.

In den jahrgangsübergreifenden Lerngruppen soll mehr und mehr dazu übergegangen werden, dass feste Lehrerteams dort arbeiten.

 

Die Eingangsphase und die Klassenstufen 3 und 4 werden als planerische Einheiten betrachtet. Beim Übertritt in die 3. Klassenstufe behält sich die Schulleitung (aufgrund stundenplantechnischer Notwendigkeiten) vor, dass ein kompletter Klassenlehrerteamwechsel stattfinden kann.

 

 

5.4  Doppelbesetzung

Doppelbesetzung ist ein wichtiges Instrumentarium zur Differenzierung und soll stundentechnisch – wie in der Prioritätenliste schon vorgesehen – großzügig bedacht werden.

Jahrgangsgemischte Klassen sollten mindestens drei Doppelbesetzungen und altershomogene Klassen mindestens zwei erhalten.

Grundsätzlich gilt es P- oder gar I-Klassen mehr Doppelbesetzung zukommen zu lassen.

Doppelbesetzung sollte der/die Teampartner/in  oder ein/e Fachkolleg/in der gleichen Jahrgangsstufe sein.

 

5.5  Methodische Basisfähigkeiten

 

Folgende methodische Basisfähigkeiten werden in der Eingangsphase eingeführt:

 

 

  • Basisfähigkeiten durch Kunst: Der Kunstunterricht beginnt mit den Basisfähigkeiten, wie schneiden, kleben, anmalen, anspitzen, radieren, falten, mit Deckfarben malen
  • Basisfähigkeiten durch Sport: Die SchülerInnen sollen im Sportunterricht lernen sich an- und auszuziehen und sich gemeinsam aufzustellen.
  • Basisfähigkeiten durch EVA: Die EVA-Mappen enthalten vertiefende Übungen zu den Basisfähigkeiten.
  • Ranzencheck: Ein Ranzencheck wird regelmäßig durchgeführt.
  • Lernmethoden: Die SchülerInnen lernen verschiedene Arbeitsformen kennen: Gruppenarbeit, Lerntheke, Stationsarbeit, Vortragen (Gedichte)
  • Arbeitstechniken: Die SchülerInnen sollen abschreiben, nachschlagen, Texte und Buchstaben markieren und  aufschlagen können.
  • Heftführung: Die Heftführung wird so eingeführt, wie es die Bücher vorgeben. Dabei wird mit Lineal gearbeitet. Das Abheften in die Mappe muss geübt werden.
  • Selbstkontrolle: Jeder /Jede Schüler/in hat Formen der Selbstkontrolle kennengelernt.
  • PC: Alle SchülerInnen sollen die Grundregeln für den PC im PC-Raum kennen gelernt haben und mit dem Mathepiraten, Antolin und z.B. Blinde Kuh arbeiten können.
  • Die Fachkonferenzen Mathe und Deutsch legen die Basisinhalte nach Vorlage aus dem Schulentwicklungstag fest.

 

 

6.   Kooperation mit außerschulischen Einrichtungen

 

Folgende Partner gestalten und prägen das Schulleben aktiv mit:

  • Kita (regelmäßige Treffen zwecks intensiven Austauschs),
  • Polizei (Verkehrserziehung),
  • Feuerwehr (Thema im HSU),
  • ortsansässige Unternehmen,
  • Elly-Heuss-Knapp-Schule - Rhytmiktag
  • Vereine,
  • Gesundheitsförderungsprogramme wie Zahnprophylaxe und KSH - Gewaltprävention,
  • Jugendamt
  • Christuskirche (Einschulungs- und Erntedankgottesdienst)
  • Klosterkirche (Musical)
  • Bordesholmer Kino (Schulkinowoche)
  • Weihnachtsmärchen

 

 

7.   Evaluation und Weiterentwicklung

 

Das Konzept wird regelmäßig evaluiert.

 

Mai 2012: Das nun vorliegende Konzept soll im nächsten Schuljahr erprobt und dann erneut evaluiert werden.

 

Bordesholm, den